Archiv der Kategorie: Energierecht

Energiebegriffe 3: Wie ist Eigenversorgung im EEG definiert???


Geregelt ist der Begriff der „Eigenversorgung“ durch den §3 Nr. 19 EEG 2017. Was meint nun also die Eigenversorgung? Voraussetzungen für die Erklärung einer „Eigenversorgung“ sind in Folge der Begriffsdefinition aus dem EEG:

Eine Eigenversorgung findet dann statt, wenn der durch eine Stromerzeugungsanlage (z.B. Photovoltaik-Anlage, KWK-Anlage, Dieselaggregat, Notstromerzeuger, etc.) generierte Strom, direkt von ein und derselben (natürlichen oder juristischen) Person verbraucht wird, der die Erzeugungsanlage zuzurechnen ist. Wichtigstes Merkmal ist daher, dass der Verbraucher des Stroms ebenfalls Betreiber der Stromerzeugungsanlage seien muss (sog. „Personenidentität“).

Es muss beachtet werden, dass der Strom nach Erzeugung nicht durch ein (öffentliches) Netz geleitet werden darf der Verbrauch in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang erfolgt.

Die Personenidentität muss zwischen dem Anlagenbetreiber und Letztverbraucher gegeben sein. Bei beiden Begriffen ist es nicht immer notwendig dass hier bspw. Eigentum an der Erzeugungsanlage (oder am Letztverbrauchsgerät) vorliegt.

Wichtig ist hierbei noch zu wissen, dass diese Definition allein im EEG Gültigkeit hat, nicht wie vielleicht angenommen im Rahmen der Förderung des KWKG (dort gilt der Begriff des „nicht ins Netz eingespeisten Stroms“, welcher keine Personenidentität verlangt, § 7 Abs. 1 und 3 KWKG 2017). Wenn sich hingegen eine KWK-Anlage in der Eigenversorgung befindet, muss dieser Begriff der „Eigenversorgung“ (s.o.) bei der Prüfung der Frage, ob eine EEG-Umlage anfällt, herangezogen werden.

Zur wichtigen Frage der Definition „Personenidentität“ werden wir noch einmal genauer im nächsten Artikel berichten.

In einem weiteren Artikel wird sodann genauer erörtert, was genau nicht unter die „Eigenversorgung“ nach §3 Nr. 19 EEG 2017 fällt.

 

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Lucas Hauptmann                      Michael Hill
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Energiebegriffe 2:Welche Arten der KWK-Anlagen gibt es???


Nach dem Verständnis für die Funktionsweise der Kraft-Wärme Kopplung, soll nun genauer erörtert werden, welche unterschiedlichen KWK-Systeme es gibt und wie sich deren unterschiedliche Wirkungsgrade auf Energie- und Wärmegewinnung auswirken.

Eines der bekanntesten und weit verbreitetsten Systeme ist das sogenannte BHKW (Blockheizkraftwerk). Hierbei wird Strom über einen Verbrennungsmotor gewonnen, welcher beispielsweise mit Gas, Kohle oder Öl betrieben werden kann und dann an einen Generator angeschlossen ist. Auch kann eine Verbrennung der Primärenergie in Heizkesseln geschehen, welche sodann Dampf durch eine Turbine leitet, welche sodann den Generator antreibt. Die bei der Verbrennung abgegebene Wärme wird in Folge bei kleineren Anlagen meist an einen Pufferspeicher abgegeben, um diese anschließend an ein Heizsystem oder bei größeren Systemen auch ohne Pufferung direkt in ein Wärmenetz zu übertragen.

Anders zum bereits bekannten BHKW, erzeugt das Stirling-Heizgerät Energie und Wärme nicht durch einen eigenen Verbrennungsmotor, sondern durch die intelligente Verwendung von Wärme aus verschiedenen Quellen in einem physikalischen Prozess. Das Gerät setzt sich zusammen aus zwei Zylindern in denen die Luft immer Abwechselnd gekühlt und erwärmt wird. Die dadurch in Bewegung versetzten Kolben innerhalb der Zylinder geben die Bewegungsenergie nun an einen zugeschalteten Dynamo ab, welcher die Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelt. Die Wärme wird sodann noch weiter genutzt (entweder direkt zu Heizzwecken oder in Wärmenetzen).

Schließlich gibt es noch zu guter Letzt die Brennstoffzelle. Diese ist dazu in der Lage Energie und Wärme gänzlich ohne eine stattfindende Verbrennung zu erzeugen. Ein chemischer Prozess, genauer gesagt die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff, sorgt für die Stromerzeugung. Zwei Elektroden in der Brennstoffzelle wandeln die Bewegungsenergie der freigewordenen Elektronen in elektrische Energie um. Nach Ende der Reaktion und der Verbindung der Teilchen mit Sauerstoff entsteht nun zusätzlich Wärme, welche nun an das Heizsystem abgegeben werden kann.

Jedes einzelne System funktioniert für sich, unterscheidet sich allerdings in seinem Wirkungsgrad von Strom- zu Wärmeerzeugung. Ein BHKW beispielsweise erzeugt durchschnittlich drei Kilowatt Wärme bei einer Leistung von einem Kilowatt Strom, wohingegen das Verhältnis beim Stirling-Heizgerät bei eins zu fünf liegt.

 

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Lucas Hauptmann                       Michael Hill
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Energiebegriffe 1: Was ist KWK???


KWK steht für „Kraft-Wärme-Kopplung“ und bezeichnet einen Wärmeerzeuger („Heizung“), der gleichzeitig Strom (d.h. „Kraft“) produziert.

Basis einer solchen Anlage ist normalerweise ein Verbrennungsmotor wie wir ihn aus unseren Autos (mit Verbrennungsmotor) „noch“ kennen. Der Verbrennungsmotor im Auto erzeugt Kraft (PS/kW), welche dann in Bewegung umgewandelt wird, und die ungenutzte Energie in Form von Abgasen aus dem Auspuff entweicht. Genau diese sonst verlorengehende Energie wird von der KWK-Anlage genutzt, um beispielsweise Gebäude zu beheizen, Prozessdampf für die Industrie zu generieren oder Bäder zu wärmen.

Tatsächlich verbrennt die KWK-Anlage einen sog. Primärenergieträger (z.B. Gas, Kohle, Öl, etc.) und erzeugt eben nicht nur Strom ODER Wärme, sondern eben beides zeitgleich. Damit wird Primärenergie eingespart, da die getrennte Erzeugung entweder von Wärme oder Strom sehr viel mehr Ressourcen vernichten würde.

Sollte eine KWK-Anlage „hocheffizient“ im Sinne europäischer Vorgaben sein (also besonders gut in der Ressourcenersparnis im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom oder Wärme), dann kann diese Anlage gefördert werden.

Hierbei erhält die Anlage dann Förderungen nach dem KWK-Gesetz, ggf. nach dem Energiesteuergesetz (Ermäßigung des Steuersatzes auf den verwendeten Primärenergieträger), dem Stromsteuergesetz, dem EnWG, bzw. StromNEV, dem EEG, etc. etc.

Die Förderungen sind bei derartigen Anlagen recht komplex und greifen oft ineinander.

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